Aus der Geschichte der drei Escher Vereine "Gârd an Hém", "Amis de la Fleur" und "Gaardefrenn"

Am 2. Dezember 1920 legten die Herren Nic. Woiff und Pierre Wagner- Poncin, 'beide Lehrer in Esch-Alzette, im Beisein von Herrn J. P. Pierre, dem jetzigen Vereinspräsidenten, den Grundstein zu der am darauffolgenden Tage stattfindenden Gründungsversammlung im Café Bissen, Achtstraße 20 (jetzige Victor Hugo-Straße). 53 Blumenfreunde hatten sich zur Genehmigung der Statuten eingefunden.
Kurze Zeit darauf wurden folgende Schwestervereine ins Leben gerufen : Belvaux-Belval-Redange, Schifflingen, Bettemburg, Düdelingen, Kayl, Tetingen, Colmar-Berg, Ettelbrück, Wasserbillig, Grevenmacher und Steinfort, desgleichen ein Verein „Les Amis du Jardin", Audun-le-Tiche.
Im August 1921 fand die erste erfolgreiche Ausstellung über Blumenzucht, Gartenbaugeräte, Innendekorationen usw. im Schulgebäude Dellhöh statt.
Das am 25. Oktober 1922 geschaffene Vereinsorgan wurde den vorge- nannten Vereinen regelmäßig zugestellt. Redakteure waren die Herren Nic. Wolff und Wagner-Poncin. Den Druck der Zeitschrift besorgte die Imprimerie Aug. Wagner, Esch-Alzette.
In den darauffolgenden Jahren organisierte der Verein periodisch Wettbewerbe über Gartenbau, Balkon-, Fenster-, Gräberschmuck usw.
Am 28. Februar 1929 erfolgte die Verschmelzung sämtlicher Blumen- und Gartenbauvereine im heutigen Landesverband, der „Ligue Luxembourgeoise du Coin de Terre et du Foyer". Dann wurde das Erscheinen der Monatsschrift „Les Amis de la Fleur" eingestellt und durch das jetzige Verbandsorgan ersetzt.
Als denkwürdiger Tag sei der 13. Juni 1929 festgehalten, an welchem im „Paris Palace" (heute Geschäftshaus Lingen, Alzettestraße) die erste Muttertagsfeier stattfand.
Das l0jährige Stiftungsfest des Vereins wurde am 20. Dezember 1930 in einem bescheidenen Rahmen im Cafe „Paris-Palace" begangen.
Im Jahre 1934, am 7. und 8. Juli, fand die feierliche Einweihung der „Roseraie" im Escher Stadtpark, unter Mitwirkung der „Amis de la Fleur" und des Escher Verschönerungsvereines (Präsident Paul Flesch) statt.
Erwähnung verdienen die verschiedenen darauffolgenden Veranstaltungen, darunter die Ausstellung über Blumenzucht und Heimarbeit am 10. und 11. Juni 1935 in der Brillschule, die Beteiligung an den am 15. August 1935 vom Geschäftsverband, dem Handwerksmeisterverband und dem Landwirtschaftlichen Lokalverein organisierten Festlichkeiten. Nicht zu vergessen die genußreichen Vereinsausflüge, die belehrenden Konferenzen sowie die geselligen Abende, die im Laufe der Jahre gemeinsam mit der Escher Theatergesellschaft „Liewensfro"' organisiert wurden. Sodann war es für die „Amis de la Fleur" eine besondere Freude und Genugtuung an den Feierlichkeiten anläßlich des 25jährigen Bestehens des Escher Stadtparks teilnehmen zu können. Auf Veranlassung des Landesverbandes organisierten die „Amis de la Fleur" und die „Amis du Jardin" damals in der Brillschule eine „Journée des Roses".
Dann folgten die schicksalsschweren Kriegsjahre, die von 1940 - 1944 die Vereinstätigkeit lahmlegten. Nach der Libération setzte sich der damalige Vorstand wiederum resolut ans Werk. Dieses zielbewußte Schaffen fand seinen äußeren Ausdruck anläßlich der im Jahre 1951 in Esch-Alzette vom Landesverband organisierten Nationalausstellung, verbunden mit einem herrlichen Blumenkorso.
Nach 33jährigem Bestehen konnte der Verein am 20. Juni 1954 seine neue Fahne feierlich einweihen. Patin war Madame Dr. J.-P. Waldbillig, Pate Herr J.-P. Pierre.
Auch im letzten Jahrzehnt entfalteten die „Amis de la Fleur" eine rege Tätigkeit. Und es ist gut so, „car le culte de la fleur est le plus noble délassement de l'homme d'action; il apporte dans toutes les existences une Station de fraîcheur parfumée, faisant oublier les soucis pendant les heures sombres de la vie". (Paul Flesch).

Victor Neuens
Esch-sur-Alzette 1963