Aus der Geschichte der drei Escher Vereine "Gârd an Hém", "Amis de la Fleur" und "Gaardefrenn"

Am 28. Januar 1936 wurde ein dritter Gartenbauverein in der Minette metropole unter dem Namen „Gaardefrenn Esch-Uelzecht” ins Leben gerufen, dem von Anfang an das Ziel des Arbeitergärtenapostels Abbe Lemire vor Augen schwebte : „A chacun son Coin de Terre et à chacun son Foyer".
In der Gründungsversammlung wurde der Vorstand wie folgt zusam- mengesetzt : Victor Oswald, Präsident; P. Juchemes, Sekretär; Jos. Küntziger, Kassierer; A. Baer und P. Philippe, Konferenzler; Math. Weides, Landverteiler; die Damen Moes, Weyland und Pütz sowie Herr Guill. Offenbach, Beisitzende.
In den vier ersten Jahren waren die führenden Männer unablässig bestrebt, den Verein weiter auszubauen und eine feste Grundlage zur Erreichung der gesteckten Ziele zu schaffen. Die damalige Aktivität erstreckte sich insbesondere auf Monatsversammlungen mit belehrenden Vorträgen und die Beschaffung von Pachtland für die Mitglieder. Dann unterband 1940 der Kriegsausbruch das weitere Schaffen im Dienste der Escher Kleingärtner. Wohl arbeitete der Vereinsvorstand während der Okkupation im Stillen weiter, unterließ jedoch jede öffentliche Tätigkeit. Nach der Liberation stand der Verein vor schwierigen Reorganisationsproblemen, die er rasch löste.
Die im Jahre 1947 mit den Schwestervereinen „Gärd an Hém" und „Amis de la Fleur" eingeleiteten Verhandlungen führten zur Gründung einer „Entente du Petit Jardinage de la Ville d'Esch". Errichtet wurde ein gemeinsames Verkaufslokal zur billigeren Beschaffung von Sämereien, Gartenartikeln, chemischem Dünger und dergleichen. Im selben Jahre konstituierte sich der Verein auf genossenschaftlicher Basis.
Anläßlich des 25jäh'rigen Bestehens der „Ligue Luxembourgeoise du Coin de Terre et du Foyer" im Jahre 1951, stellten die „Gaardefrenn" ihr organisatorisches und gartentechnisches Können klar unter Beweis durch ihre umfassende Mitarbeit an der Jubiläumsausstellung und der Beteiligung am Corso-Fleuri mit einem prachtvollen Blumenwagen, der allgemeine Bewunderung auslöste. Der im Jahre 1953 organisierte Kochkursus, verbunden mit einer Ausstellung führte zu einem glänzenden Erfolg.
Im Jahre 1956 konnte der Verein auf ein 20jähriges Bestehen zurückblicken. Dieses Jubiläum verlief im Rahmen eindrucksvoller Festlichkeiten und war verbunden mit der feierlichen Einweihung einer neuen kunstreichen Vereinsfahne. Patin war Madame Luden Ries, Pate Herr Aug. Heinen.
In der schmucken Festbroschüre schrieb der Verbandspräsident, Herr Jos. Olinger u. a. folgendes : „Die Sektion „Gaardefrenn" blickt, nunmehr auf eine zwanzigjährige Vereinstätigkeit zurück. Mir scheint, sie darf es tun mit Genugtuung und Stolz. Aufopferungswillige Vereinstätigkeit der sich im Laufe der Jahre ablösenden Vorstände sowie williges Mitgehen der Mitglieder, ermöglichten den Aufschwung und das intensive Vereinsleben, das sie heute feststellen kann."
Mit einer Mitgliederzahl von 84 in der Gründungsversammlung wuchs der Verein bis zum heutigen Tag auf 565 Mitglieder an und nimmt zur Zeit unter den 137 Sektionen des C.T.F. den 7. Platz ein.
Das Areal an kurzfristig gepachtetem Gartenland stieg von 36 Ar auf 946 Ar im Jahre 1963. Als Präsidenten standen dem Verein bis heute vor : 1936 - 1939 Victor Oswald; 1939 - 1945 André Baer; 1945 - 1947 J.-P. Hottua; 1947 - 1950 Lucien Ries, jetziger Ehrenpräsident; 1950 bis zum heutigen Tage J.-B. Jacoby.

Victor Neuens
Esch-sur-Alzette 1963